Praxis für Allgemeinmedizin/Unfallarzt
Dr. Kay Wildt

Infos für Patienten-2

Was ist Influenza?

Grippe (Influenza) ist eine der häufigsten Erkrankungen der Atemwege des Menschen. Die Infektion wird durch kleinste Tröpfchenmengen ausgelöst und ist hoch ansteckend. Grippe kann beim Sprechen, Niesen oder direkten Kontakt übertragen werden. Im deutschen und englischen Sprachraum wird die Erkrankung als Influenza, im Französischen und Russischen als Grippe bezeichnet.

Influenza kann jeden treffen, auch völlig gesunde Menschen. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland pro Grippe-Saison – von Dezember bis April – Tausende Menschen an Influenza. Influenza-Viren schädigen die Schleimhaut der Atemwege und mindern die Abwehrkräfte, dadurch wird der Körper für lebensgefährliche Komplikationen anfällig. Grippe darf also nicht mit einer harmlosen Erkältung oder einem sogenannten grippalen Infekt verwechselt werden. Denn trotz des rapiden Fortschritts der medizinischen und pharmazeutischen Forschung fordert diese schwere Infektionskrankheit nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute noch jedes Jahr viele Menschenleben. Grippe ist die Infektionskrankheit an deren Folgen in Deutschland die meisten Menschen sterben.

Vorbeugende Schutzimpfung und frühzeitige Therapie

Die Hauptursache für diese Situation liegt darin, dass die derzeitigen Möglichkeiten der Vorsorge und Behandlung der Influenza zu wenig genutzt werden. Da die Influenza-Viren sich ständig verändern, hat der Körper auch nach einer durchgemachten Grippe keine spezifischen Abwehrkräfte gegen neue Virenvarianten entwickelt. Eine rechtzeitige jährliche Schutzimpfung, angepasst an die aktuell zirkulierenden Viren, und im Erkrankungsfalle eine frühzeitige Therapie, welche die Vermehrung der Viren im Körper stoppt, helfen, die gesundheitlichen Belastungen für den Einzelnen und die volkswirtschaftlichen Auswirkungen zu reduzieren. Die Grippe-Schutzimpfung ist von der Praxisgebühr befreit.

Die wichtigsten Fakten


Symptome Herzinfarkt

Symptome Herzinfarkt – So erkennen Sie die Anzeichen bei Herzinfarkt frühzeitig

Typische Symptome des akuten Herzinfarkts sind:

* länger als fünf Minuten anhaltende heftige Schmerzen oder starker Druck in der Brust, ausstrahlend in Schulter, Arm, Unterkiefer und/oder Oberbauch
* stärkere Schmerzen als bei der Brustenge (Angina pectoris), die sich nicht durch die Einnahme von Nitratspray bessern (wichtige Unterscheidung zum Angina pectoris-Anfall)
* Unruhegefühl bis hin zu Todesangst
* kalter Schweißausbruch und Blässe
* Übelkeit und Erbrechen
* Atemnot

Bei einem Herzinfarkt treten die ersten Anzeichen und Symptome häufig schon frühzeitig auf. Viele der Infarktpatienten in Deutschland werden zuvor bereits wegen Herzbeschwerden behandelt oder stehen unter ärztlicher Aufsicht. Bei vielen werden Gefäßerweiterungen (Herzkatheter-Dilatationen) oder Operationen zur Überbrückung eines verengten oder verschlossenen Herzkranzgefäßes durch eine körpereigene Vene oder Arterie (Bypass-Operationen) durchgeführt. Bei rund 20 Prozent der Betroffenen, meist ältere Personen oder Diabetiker, liegt ein sogenannter stummer Herzinfarkt vor, das heißt, der Infarkt wird nicht bemerkt.

Die Betroffenen sind ängstlich und versuchen, die Schmerzen durch Bewegung zu lindern. Bei einem Angina pectoris-Anfall verhalten sich Betroffene hingegen ruhig, da sie befürchten, die Beschwerden durch körperliche Anstrengung zu verstärken.

Meist treten Herzinfarkte in den sehr frühen Morgenstunden auf. Dabei gehen einem Infarkt oft die folgenden Anzeichen voraus:

* Brustenge-Gefühl
* Schmerzen in der linken Schulter, im linken Arm
* Halsschmerzen bis zum Unterkiefer
* gelegentlich Bauchschmerzen und/oder Übelkeit oder Unwohlsein
* Schwächegefühl, Angst
* häufig niedriger Blutdruck

Bei Frauen wird der Herzinfarkt bzw. die Symptomatik häufig übersehen
Wenn Frauen einen Herzinfarkt bemerken kann es oft schon zu spät sein. Denn nur die wenigsten wissen, dass sich der Infarkt bei ihnen durch andere Symptome bemerkbar macht als bei Männern. Schmerzen im Brustkorb oder andere klassische Anzeichen sind bei Frauen eher die Ausnahme.

Frauen nehmen Symptome für einen Herzinfarkt oft nicht ernst und suchen zu spät den Arzt auf. Das fand eine Umfrage der Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse heraus. Danach haben mehr als die Hälfte der Befragten in Norddeutschland nicht gewusst, dass Männer und Frauen unterschiedliche Herzinfarkt-Symptome zeigen.

Unter den fast 36.500 Menschen, die im vergangenen Jahr in Norddeutschland wegen eines akuten Herzinfarktes im Krankenhaus behandelt wurden, seien mehr als ein Drittel Frauen gewesen.

Viele Frauen kämen nicht auf die Idee, dass ihnen ein Infarkt drohe, sagte ein Sprecher. „Die vermeintlich klassischen Symptome für einen Infarkt, wie Engegefühl und Schmerzen im Brustkorb, fehlen oftmals.”

Zu den Anzeichen gehörten bei Frauen oftmals ungewöhnliche Müdigkeit, anhaltende Schlafstörungen, Kurzatmigkeit, Übelkeit oder Schmerzen im Oberbauch und an Hals und Nacken.

Diese Anzeichen der Krankheit habe aber in der Umfrage kaum jemand benannt. Statt dessen führten 40 Prozent die vermeintlich klassischen „Schmerzen im Brustkorb“ auf. Forsa hat den Angaben zufolge mehr als 1.000 Menschen in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein befragt.

Diagnose eines Herzinfarkts (Myokardinfarkt)

Zur Diagnose eines Herzinfarkts müssen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von den folgenden Kriterien mindestens zwei zutreffen:

* Plötzlich auftretende Schmerzen in der Brust:

Bei Frauen über 50 Jahren und Männern ab etwa 35 Jahren besteht bei starken Brustschmerzen immer der Verdacht auf einen Herzinfarkt. Schmerzen im Brustbereich können allerdings auch andere Ursachen wie beispielsweise eine Lungenentzündung oder eine Verkrampfung der Speiseröhre oder der Zwischenrippenmuskulatur haben.

* Anstieg an herzmuskelspezifischen Enzymen (Eiweiße) im Blut:

Wenn der Herzmuskel durch einen Herzinfarkt geschädigt wurde, lassen sich im Blut bestimmte Enzyme nachweisen. Am häufigsten wird der Blutspiegel des Enzyms Kreatinkinase gemessen. Weitere Hinweise auf eine Schädigung des Herzmuskels geben auch die beiden Eiweiße Troponin T und Troponin I.

* Typische Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG):

Bei einem Herzinfarkt ist das EKG die wichtigste diagnostische Maßnahme. Es kann die Veränderungen, die durch den Herzmuskelschaden verursacht wurden, sofort anzeigen. Ein Herzinfarkt ist dann unwahrscheinlich, wenn das EKG über mehrere Stunden hinweg eine normale Kurve zeigt.

Therapie eines Herzinfarkts (Myokardinfarkt)

Entscheidend bei der Therapie eines Herzinfarkts ist die erste Stunde nach Auftreten der Beschwerden. Weil in dieser Stunde der Sauerstoffmangel am ehesten wieder ausgeglichen werden kann, spricht man auch von der “goldenen ersten Stunde”. Die Folgen der gestörten Durchblutung sind nach sechs Stunden bereits kaum noch zu beheben. Je früher also die Behandlung bei einem Herzinfarkt einsetzt, desto höher stehen die Überlebenschancen des Betroffenen.

Um die Ausweitung des Herzinfarktes zu begrenzen, ist es wichtig, die Durchblutung des Herzens schnell wieder herzustellen. Wichtige Erstmaßnahmen bei Eintritt eines Herzinfarkts sind:

* Den Notarzt alarmieren (Notruf 112 oder die örtliche Notrufnummer des Rettungsdienstes),
* Ruhelagerung mit erhöhtem Oberkörper,
* Beruhigen des Betroffenen,
* Entfernen von beengender Kleidung,
* Einnehmen von Acetylsalicylsäure nach ärztlicher Anweisung bzw. durch den Notarzt (hierdurch kann ein Blutgerinnsel in den Koronararterien verkleinert werden),
* Durchführen einer Herz-Lungen-Wiederbelebung durch Herzdruckmassage und Atemspende falls es zu einem Herzkammerflimmern oder Herzstillstand kommt. (Das Herz kann dann keine Pumpleistung mehr erbringen und schlägt unregelmäßig).

Die weitere Behandlung des Herzinfarkts erfolgt auf der Intensivstation und unter ärztlicher Aufsicht. In der medizinischen Akutbehandlung stehen heute verschiedene Maßnahmen zur Verfügung, um die verschlossene Herzkranzarterie wieder zu öffnen.

Blutverdünnende Medikamente, die beispielsweise den Wirkstoff Acetylsalicylsäure beinhalten, können Blutgerinnsel auflösen, gesundes Herzgewebe kann erhalten werden.

Im mechanischen Verfahren wird zunächst ein Herzkatheter in das Gefäß eingeführt und dieses anschließend mittels eines kleinen Ballons (Koronar-Angioplastie) aufgedehnt. Durch die geweitete Arterie kann das Blut daraufhin wieder das Herz mit Sauerstoff versorgen. Mit einem kleinen Draht- oder Plastikrohr (Koronar-Stent) kann die Herzkranzarterie zusätzlich stabilisiert werden. In seltenen Fällen ist eine Notoperation notwendig, um das Leben des Betroffenen zu retten.

Verlauf eines Herzinfarkts (Myokardinfarkt)

Zwei bis drei Tagen nach einem Herzinfarkt können Betroffene oft von der Intensivstation auf eine internistische Normalstation verlegt werden. Nach dem Krankenhausaufenthalt ist normalerweise eine Anschlussbehandlung notwendig. Hier lernt der Genesende, wie er sein Leben nach dem Infarkt gestalten kann. Nach einem überstandenen Herzinfarkt wird meist eine Therapie mit Medikamenten begonnen. So wird eine Ernährungsumstellung beispielsweise durch die Gabe von Lipidsenkern begleitet. Daneben sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig.

Bereits nach einer geringen Schädigung durch einen Herzinfarkt kann das Herz manchmal nicht mehr ausreichend Blut in den Körper pumpen. Es vergrößert sich, um die schwache Pumpleistung auszugleichen. Diese Vergrößerung kann Herzrhythmusstörungen zur Folge haben. Das abgestorbene Gewebe wird allmählich durch Bindegewebe ersetzt, das sich jedoch nicht zusammenziehen und keine Pumpfunktion erfüllen kann.

Wird durch den Herzinfarkt mehr als die Hälfte des Herzmuskels geschädigt, führt dies beim Betroffenen sehr wahrscheinlich zu einer schweren Behinderung oder zum Tod.

Vorbeugen vor einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt): Risikofaktoren vermeiden

Einem Herzinfarkt kann durch eine gesunde Lebensführung vorgebeugt werden. Da sich die Risiken für Herzkrankheiten zum Großteil auf den persönlichen Lebensstil zurückführen lassen, können sie von den Betroffenen selbst beeinflusst werden. Dabei ist es wichtig, bereits bei Kindern und Jugendlichen gesunde Lebensgewohnheiten zu etablieren. Doch auch Erwachsene, die wegen ihres Rauchverhaltens, ihres zu hohen Blutdrucks oder einer anderen Vorerkrankung zur Risikogruppe zählen, können noch handeln. Folgende Punkte sollten besonders beachtet werden:

* eine ausgewogene Ernährung
* angemessene körperliche Aktivitäten
* Verzicht auf das Rauchen
* Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen haben ab dem Alter von 35 Jahren im zweijährigen Turnus Anspruch auf eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung. Ziel dieser Untersuchungen ist es, häufig auftretende Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Denn wenn Risikofaktoren für einen Herzinfarkt beizeiten erkannt werden, kann der behandelnde Arzt rechtzeitig weitere Untersuchungen oder Behandlungen veranlassen. So kann jeder schädliche Folgen für die eigene Gesundheit abwenden oder verringern.

Aber auch nach einem Herzinfarkt können Betroffene noch immer Maßnahmen ergreifen, die einem Zweitinfarkt vorbeugen. Auch hier gilt es insbesondere, die individuellen Risikofaktoren zu beheben. Das geschieht beispielsweise durch:

* fettreduzierte und cholesterinarme Ernährung,
* ggf Gewichtsreduktion,
* zwingenden Verzicht auf Zigaretten und
* moderate Bewegung, evtl. auch Ausdauertraining unter ärztlicher Überwachung.



Gesundheitstipp der Bundesärztekammer

Bei Hitze viel trinken

Bei hochsommerlichen Temperaturen verliert der Körper große Mengen Flüssigkeit und wichtige Mineralien. Dieser Verlust kann durch die Aufnahme geeigneter Getränke und Nahrungsmittel wie Mineralwasser und Obst ausgeglichen werden. Mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit sollte man täglich zu sich nehmen, empfiehlt die Bundesärztekammer. Bei hochsommerlichen Temperaturen sollte die Trinkmenge deutlich darüber hinausgehen. Vor allem ältere Leute sollten darauf achten, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, auch wenn sie keinen Durst verspüren. Nur ein geringer Teil des täglichen Flüssigkeitsbedarfes kann über die Nahrung gedeckt werden.

Ein Erwachsener verliert am Tag gewöhnlich 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit. An heißen Tagen kann sich der Verlust schnell um das 2- bis 3-fache steigern. Der hohe Flüssigkeitsverlust kann zu Befindlichkeitsstörungen wie Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Schwindelgefühl, Muskelkrämpfen und Verdauungsproblemen führen. In Extremfällen drohen sogar Herzrhythmusstörungen oder ein Hitzschlag mit Kreislaufkollaps. Deshalb sollten auch Menschen, die auf Grund einer Herzkrankheit normalerweise nur begrenzte Mengen trinken dürfen, ihren Getränkekonsum an heißen Tagen etwas steigern.

Beim Schwitzen gehen dem Körper große Mengen an Kochsalz, Magnesium und anderen Elektrolyten verloren. Sinnvoll ist deshalb der Verzehr von Gemüsebrühen, um den hohen Kochsalzverlust auszugleichen. Als Durstlöscher eignen sich neben Mineralwasser ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees sowie verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Das Verhältnis von Wasser und Saft sollte etwa 1:1 betragen. Gänzlich ungeeignet sind stark zuckerhaltige Getränke wie Cola und Limonaden. Dies gilt auch für alkoholische Getränke, die überdies den Kreislauf zusätzlich belasten.

Sinnvoll ist es, bei hohen Temperaturen keine eiskalten Getränke zu sich zu nehmen. Besser sind warme Getränke, die zu einem leichten Schwitzen führen. Dadurch wird ein Abkühlen des Körpers bewirkt, ohne dass es zu Kreislaufbelastungen kommt.